an Herrn Bundeskanzler Scholz persönlich

 Sehr geehrter Herr Bundeskanzler Scholz,

wir nehmen es vorweg, wir sind keine SPD-Wähler. Unterschiedliche politische Standpunkte sind jedoch in unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung erlaubt und sogar erwünscht. Wir sehen uns an einer Schwelle der Entwicklung der Weltgeschichte, an der uns die unterschiedlichen Sichtweisen nicht trennen dürfen. 
Zu diesem offenen Brief hat uns ein anderer Brief ermutigt, den prominente Persönlichkeiten, u.a. Feministin Alice Schwarzer, der Schriftsteller Martin Walser und der Wissenschaftsjournalist Ranga Yogeshwar an Sie gerichtet haben. Zugegeben, wir sind nur eine kleine Partei, jedoch Bürger dieses Landes, Steuerzahler, Kritiker und Befürworter und in diesen Stunden vor allem sehr besorgt.

Herr Scholz, bleiben Sie standhaft. Zeigen Sie Beharrlichkeit und Mut, Ihren bisherigen Standpunkt zu vertreten. Es geht um nichts anderes, als einen Dritten Weltkrieg zu verhindern. Lassen Sie sich nicht durch unüberlegte Schreiereien anderer Politiker, durch Medien oder obskure Umfragen in die Enge treiben. Das deutsche Volk und der Wähler werden es Ihnen danken.

Ein starkes und freiheitliches Europa kann lediglich durch friedliche Stabilität gewährleistet werden. Das politische Öl, das ins europäische Kriegsfeuer gegossen wird, verfolgt dieses Ziel mit Sicherheit nicht. Das Ziel muss es sein, den Krieg schnellstens zu beenden. Noch vor wenigen Wochen galt in der deutschen Politik der ehrenvolle Grundsatz, keinerlei Waffen in Kriegsgebiete zu liefern. Nunmehr können gerade Ihrem Grüne-Koalitionspartner, der noch im September 2021 zur Bundestagswahl genau mit diesem Grundsatz großspurig Wahlwerbung betrieben hatte, die in die Ukraine zu liefernden Waffen gar nicht groß und schwer genug sein.

Herr Bundeskanzler wir bitten Sie, zeigen Sie Rückgrat. Werden Sie und bleiben Sie Friedenskanzler!!!

Mit freundlichen Grüßen

Steffen Große
Vorsitzender