Bürgerallianz Deutschland gegen Renteneintrittsalter mit 70 Jahren

FOCUS und RTL berichten über den Vorschlag von Ökonomen, zur Bekämpfung der Inflation und des Fachkräftemangels das Renteneintrittsalter in Deutschland auf 70 Jahre hochzusetzen.

Die Bürgerallianz Deutschland hält das für eine nicht hinzunehmende soziale Grausamkeit. Vom Arbeitsplatz direkt in die Kiste? Will der Staat noch mehr eingezahlte Rentenbeiträge anderweitig verwenden?  "Wer die Inflation bekämpfen will, muss an anderen Hebeln wie beispielsweise den Energiekosten arbeiten", sagt Bundesvorstandsmitglied Gabriele Dietrich.  

Und weiter: „Die in den Medien zitierten Ökonomen machen sich zur Nebelkerze der Regierung, die von ihren Schwächen ablenken will und beispielsweise den Wiedereinstieg in die Kernkraft aus ideologischen Gründen ablehnt. Es ist nicht ansatzweise erkennbar, wieso die Erhöhung des Rentenalters einer Preissteigerung entgegenwirkt."

Im Gegenteil: Wie wir sonst in Europa alles harmonisieren, sollte sich Deutschland nach Meinung der der Bürgerallianz dafür einsetzen, dass europaweit ein einheitliches Rentenalter eingeführt wird. Warum dürfen die meisten der europäischen Nachbarn eher in Rente gehen? Gibt es bei denen keine Inflation?  

Aus Sicht der Bürgerallianz Deutschland ist der als Argument angeführte Fachkräftemangel in Deutschland nicht durch die Erhöhung des Renteneintrittsalters zu bekämpfen, vor allem angesichts der Tatsache, dass nur ein Bruchteil der Beschäftigten im hohen Alter ihre Tätigkeit noch ausführen kann. Angesichts der Arbeitslosenzahl von 2,3 Millionen Menschen laut Bundesagentur für Arbeit und 3,5 Millionen Hartz 4-Beziehern laut Statista sollte eher am zweifellos vorhandenen Motivations- und Qualifizierungsproblem gearbeitet werden. Eine Trendwende in der Ausbildung, z.B. durch unkomplizierte Fördermaßnahmen für die Unternehmen, wäre dringend geboten. Die Attraktivität wertschöpfender Arbeitsplätze sollte ebenfalls mehr unterstützt werden.  

Gleichfalls gilt: "So lange der Staat akzeptiert, dass sich Bürger nach dem Motto "Hartz 4 und der Tag gehört dir" im sozialen Netz Deutschlands einrichten, brauchen wir keine Jammer-Diskussion von Ministern, Kammern und Verbänden. Dabei reden wir nicht von denen, die aus gesundheitlichen Gründen nicht oder nur vermindert arbeiten können."