Zwangsmitgliedschaften bei IHK und Handwerkskammer beenden

Seit langem sind Zwangsmitgliedschaften in IHK und Handwerkskammer umstritten. Oft wird die Frage gestellt, ob es nicht auch auf freiwilliger Basis gehe; außerdem könne dann jeder Unternehmer oder Handwerker bei Bedarf bestimmte Leistungen der Kammern kaufen. Jedenfalls erkennen viele Kammermitglieder eine Diskrepanz zwischen den Kammerbeiträgen und der dafür gebotenen Gegenleistung. Kritikpunkt sind häufig auch üppige Gehälter der Funktionäre sowie stattliche Verwaltungsgebäude, teilweise in Bestlagen. Seitens der Kammern wird argumentiert, dass die Pflichtmitgliedschaften aus unterschiedlichen Gründen gerechtfertigt seien; u.a. um das Gesamtinteresse aller Unternehmen einer Region zu vertreten. Für die Kammermitglieder, die die angebotenen Leistungen kaum oder gar nicht nutzen, bleibt es dennoch ungerecht.

Es ist an der Zeit, dass diese Problematik politisch aufgegriffen und ein pragmatischer Lösungsvorschlag gemacht wird. Vorsitzender Steffen Große: „Die Kammern übernehmen unstreitig wichtige Aufgaben in der Berufsorientierung, mit Prüfungen, durch Qualifizierungsangebote und mit Ausbildungen ähnlich wie Schulen. Wer das schätzt und nutzt, zahlt auch freiwillig oder muss im Einzelfall die in Anspruch genommenen Leistungen bezahlen. Aber Zwangsmitgliedschaften sind immer ein Ärgernis. Freiwilligkeit ist immer besser."

Aus Sicht der Bürgerallianz werden die Kammern durch eine grundlegende Reform auch motiviert, ihre Angebote den Erfordernissen der Unternehmer und Handwerker genauer anzupassen.